Ringen
27.08.2010 - Es geht wieder los !
KSV Witten will sich nach „Horrorjahr“ sportlich konsolidieren
Ex-Wittener kehrten zurück - Mittelfristiger Aufstieg geplant
Nach dem Rückzug aus der Bundesliga vor der Saison 2009 musste der siebenfache Deutsche Mannschaftsmeister KSV Witten 07 ein sportliches „Horrorjahr“ überstehen. Es lief von Beginn an schlecht: zahlreiche Verletzungen reduzierten den Kader massiv, so dass es schon einem Wunder gleichkam, dass Coach Frank Weniger in allen 18 Begegnungen eine komplette Mannschaft auf die Matte bringen konnte. Trotz beeindruckenden Einsatzes einzelner Ringer – hier sei nur an den 51 jährigen Norbert Heese erinnert, der sich nach 20 Jahren Mattenpause zur Verfügung stellte – waren Sportler, Funktionäre und nicht zuletzt die Wittener Zuschauer am Ende unzufrieden. Teilweise war einfach das Potential für die Oberliga nicht vorhanden und, vor allem: die Mannschaft wuchs nie zu einer homogenen Einheit zusammen. Mit einem achten Rang wurde am Ende der Abstieg deutlich verhindert – mehr war indes in der Saison nicht drin.
Dass die Wittener daraufhin handeln mussten, liegt auf der Hand. In der Ruhrstadt hat Ringen eine lange Tradition, der KSV ist eine Institution. Doch mit dem Ergebnis des Vorjahres hätte dies nicht mehr lange Bestand gehabt. So wurde das Ziel nach Ende der Saison formuliert: eine Mannschaft zu bilden, die sich mit Witten und dem KSV und mit der sich Witten und der KSV identifizieren kann. Und wenn nicht alles täuscht, gelang das.
Jetzt soll der Neuaufbau für den KSV Witten 07 in der Saison zwei nach dem Bundesliga-Rückzug beginnen: im August startet die 1. Mannschaft da, wo in früheren Jahren das Reserveteam des Vereins zu Hause war. Mittelfristiges Ziel ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ganz wichtig dazu: eine Zweitvertretung des KSV geht in der Bezirksliga wieder auf die Matte.
Der Neuaufbau beginnt mit einer Reihe „alter Bekannter“, mit Ringern, die alle einen Bezug zum KSV oder zu Witten haben. Entweder starteten sie ihre Ringerkarrieren in Witten oder kämpften bereits an der Ruhr. Das ist Gewähr dafür, dass sich hier eine echte Mannschaft finden kann.
Yves-Heiko Gies (55 kg), der DM-Siebte, kam aus Marten zurück, Christian Heinrich (60 kg), der Ex-Annener, von Heros Dortmund. Mit Pjotr Demjanov (74 kg), Sebastian Kauer (74 kg), Daniel Stein (96 / 120 kg) und Mesut Kayar (96 / 120 kg) fand gleich ein ganzes Paket von Ex-Wittenern den Weg von der TSG Herdecke in die Ruhrstadt zurück. Jens Steffen (74 / 84 kg), der seine Ringerlaufbahn beim KSV begann, kommt mit Zweitliga-Erfahrung aus Bonn-Duisdorf.
Von Heros Dortmund stößt der DM-Vierte Nico Brunner (74 kg) wieder zum Kader des KSV. DM-Starter Tom Jacobs (84 kg) und Markus Blum (120 kg), die als Gastringer in Westerfilde kämpften, werden künftig vornehmlich die KSV-Reserve verstärken.
Natürlich sind starke Oberliga-Ringer der Vorjahres-Mannschaft auch in dieser Saison weiter dabei. So der Deutsche Jugend-Vizemeister Daniel Schlemmer (60 kg), Akaki Kuntchulia, der kleine Georgier (66 kg), 66 kg-Ringer Emre Yilmaz und Piotr Pankow (84 kg) bilden weiterhin eine starke Fraktion im Team des KSV Witten.
Als Abgang stehen lediglich Mike Schmiers (zum AC Hörde) und Amir Darvishi (Köln-Mülheim) fest. „Stand by“ sind die beruflich bzw. schulisch stark belasteten Patrick Nowotarski, Fatih Sirin und Dr. Erkan Kaymak.
Trainer der Wittener Ringer ist weiterhin Frank Weniger, der inzwischen auch das Amt des Sportwartes im Vereinsvorstand innehat. Er wird unterstützt von Altmeister Adam Juretzko, der im griechisch-römischen Stil das Technik-Training abhält, und Selim Sari, der sich besonders um die jüngeren Freistil-Spezialisten kümmert.
Diese Saison soll und muss sportlich einen anderen Verlauf für den KSV nehmen – schon allein durch den größeren und ausgeglichenen Kader. „Wir wollen mit der Oberliga-Spitze mithalten“, legen Frank Weniger und der für Sport verantwortliche 2. Vorsitzende Oliver Oelrich die Messlatte hoch an. Das muss möglich sein, auch wenn sich die Konkurrenz durchweg gut verstärkt hat. Das gilt vor allem für den Favoriten KSV Hohenlimburg (mit dem DM-Dritten und Ex-Wittener Kevin Schoska), aber auch Ex-Zweitligisten AC Köln-Mülheim (jetzt mit dem Ex-Wittener Amir Darvishi) hat immer das Potential für die Meisterschaft. Ganz vorn erwarten wir weiter den AC Ückerath, TV Essen-Dellwig oder die Reserve des Bundesligisten KSK Neuss, die immer für Überraschungen gut ist.
Wir freuen und auf die Saison, die Spannung wie lange nicht mehr verspricht!
